Annahme
Posted by ealigam

Das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz beruht auf der Annahme,
dass Wirtschaftspolitik antizyklisch handeln sollte. Das bedeutet, dass
im Falle einer Überhitzung Maßnahmen getroffen
werden sollen, das Wachstum zu verlangsamen und im umgekehrten Fall bei
zu geringem Wachstum entsprechend mit flankierenden Maßnahmen
wieder anzuheizen. In diesem Szenario ist sogar das Schuldenmachen
gewünscht, denn die dahinter steckende Idee ist, dass in dem
Moment in dem die Wirtschaft wieder wächst, auch gleichzeitig
die Steuereinnahmen steigen und die in der Krise gemachten Schulden
durch die Mehreinnahmen wieder ausgeglichen werden.
In diesem Fall spricht man auch vom Keynesianismus, benannt
nach dem englischen Wirtschaftswissenschaftler John Maynard Keynes.
Andere Theorien rücken beim Wirtschaftswachstum eher den
technologischen Fortschritt in den Mittelpunkt ihrer Theorie. Hier wird
davon ausgegangen, dass innovative Player im Markt entweder aus eigenem
Antrieb oder auch weil entsprechende wirtschaftspolitische Anreize
geschaffen wurden, technische Innovationen entwickeln. In
Abhängigkeit von der Komplexität der Innovation und
der Einschätzung anderer Konkurrenzteilnehmer über
die Bedeutung dieser Innovation, ziehen andere mehr oder weniger
schnell nach. Hier wird gerne die Entwicklung des Computers oder auch
die Entwicklung regenerativer Energien als ein Beispiel für
das Funktionieren dieser Theorie genannt. Erstmals wurde diese Theorie
von dem österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter
entwickelt.